Das DMR ID-System

Anders als digitale Betriebsarten, die eigens für den Amateurfunk entwickelt wurden (z.B. DStar, C4FM), entstand der DMR-Standard als Betriebsfunk-System und verwendet zur Identifizierung der Benutzer und Infrastruktur nicht Amateurfunk-Rufzeichen, sondern eine dezimale ID-Nummer.

Während im Betriebsfunk ein einfaches, an die konkreten Anforderungen angepasstes Adressierungssystem gewählt werden kann (ein Velokurierbetrieb könnte beispielsweise seiner Zentrale die ID 1 und seinen Fahrern die IDs 2-10 zuteilen), ist es beim Betrieb eines international vernetzten Amateurfunk-DMR-Netzes extrem wichtig, dass Kollisionen durch doppelt verwendete IDs vermieden werden. Ebenso dürfen Repeater und Endgeräte nicht dieselben IDs verwenden und es soll keine Verwirrung zwischen individuellen IDs und Talkgruppen-IDs entstehen.

BITTE BEACHTEN: Es dürfen nur gemäss dem international vereinbarten Nummerierungsplan vergebene DMR IDs verwendet werden! Experimente mit fiktiven und missbräuchlich verwendeten IDs sind nicht nur sinnlos (viele Dienste funktionieren nicht), sondern widersprechen dem HAM-Spirit und können unter Umständen zu massiven Störungen des Systems führen. Vor allem für Anfänger ist es ratsam, sich erst zu informieren, bevor mit dem soeben neu erworbenen Gerät mit einem "1-2-3-Test"-Ruf weltweit 1900 Repeater und zehntausende von Endgeräten gleichzeitig aufgetastet und blockiert werden.

SwissDMR und die anderen DMR-Netzwerke im Amateurfunk sind bloss Teil eines internationalen Verbunds von globalen, nationalen und regionalen Netzwerken. Zur Zeit sind bereits über 47'000 individuelle DMR-IDs und 1'700 Repeater-IDs vergeben (Stand August 2016). In weiser Voraussicht und dem Bewusstsein, dass ein skalierbares System geschaffen werden muss, haben die Initianten des DMR-MARC-Netzwerks sich damals entschieden, das Rad nicht neu zu erfinden, sondern sich an die ITU-Empfehlung E.212 anzulehnen und den Nummerierungsplan in deren Anhang zu übernehmen. Was sich für die weltweite Koordination der Mobiltelefonie mit ihren Milliarden von Teilnehmern bewährt hat, wird bestimmt auch den Bedürfnissen des Amateurfunks gerecht werden!

Hinter den DMR-Nummerierung steht also ein von der ITU entwickeltes und international erprobtes System, das nun auf die Bedürfnisse des Amateurfunks angepasst wurde. Eine Zusammenfassung des groben Nummernplans findet sich hier.

 

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