APRS via DMR mit HYTERA Geräten

Den meisten Funkamateuren ist APRS ein Begriff. Er braucht hier deshalb nicht näher erläutert werden. APRS ist eine Betriebsart, die sich dank ihrer bestechenden Einfachheit, Robustheit und gleichzeitig ihrer Universalität und Skalierbarkeit über die vergangenen 21 Jahre extrem gut etabliert hat. Sogar die Internationale Raumstation ISS ist mit einem APRS iGate ausgerüstet! 

Wer jedoch zum ersten Mal über DMR mit APRS in Verbindung kommt, muss verstehen, dass die primäre Anwendung von APRS über Packet-Radio auf 144.800 MHz stattfindet (in den USA auf 144.390 MHz). Dass wir nun GPS-Informationen übers DMR-Netz und einen entsprechenden DMR > APRS-Gateway auch ins APRS-System einspeisen können, und dass sogar bidirektional APRS-Mitteilungen ins DMR-Netz übertragen werden, ist eine Zusatzfunktion - quasi ein Add-On - zu APRS, gehört aber nicht zur Basis-Funktionalität. 

Die APRS-Funktionalität im DMR-Netz (hier: Brandmeister-Netzwerk) ist experimentell. Sie soll immer mit Rücksicht und dem entsprechenden HAM-Spirit verwendet werden. APRS-Beacons, die von DMR ins APRS-Netz übertragen werden, werden dort ebenfalls weiterverbreitet, zwischengespeichert und teilweise archiviert. 

Obschon verschiedene Hersteller Geolocation-Funktionen in ihre Hardware und Software integriert haben, ist APRS im DMR-Standard nicht vorgesehen. Vielmehr werden hier von den Herstellern verfügbare DMR-Features für den Gebrauch im APRS-System verwendet. Deshalb passt nicht ganz alles zusammen und es gibt auch ein gewisses Potential an Störungen durch falsche Verwendung.

Ganz vereinfacht gesagt funktioniert APRS so, dass die Endgeräte in voreingestellten oder dynamisch an die Bewegung angepassten Abständen (SmartBeaconing) ihre Position aussenden. Diese Information wird von anderen Geräten sowie von Digipeatern oder iGates empfangen und entweder angezeigt, weitergeleitet oder ins Internet eingespeist.

In professionellen MOTOROLA Systemen wird die Übermittlung der genauen Position eines Endgeräts nicht etwa durch das Gerät selbst veranlasst, sondern sie wird quasi von der "Zentrale" im Hintergrund abgefragt. Dies geschieht in Abhängigkeit von der Netzauslastung in mehr oder weniger regelmässigen Abständen und so, dass der normale Verkehr nicht gestört wird. Ausnahmmen sind bestimmte manuell oder automatische Ereignisse (Notfall-Knopf, Tot-Mann-Automatik, Blaulicht-Schaltung etc.), bei denen die GPS-Position eines geräts gezielt und prioritär übermittelt wird.